Altersabhängige Makuladegeneration (AMD)

Bei der altersbedingten Makuladegeneration (AMD) geht die zentrale Sehschärfe eines Auges ganz oder teilweise verloren. Sie ist in der Schweiz die häufigste Ursache für eine Sehbehinderung bei den über 50-Jährigen. Durch frühzeitiges Erkennen und eine gezielte Behandlung lässt sich diese in den meisten Fällen deutlich hinauszögern oder sogar verhindern.

Die Macula ist das Zentrum der Netzhaut, welche aufgrund des erhöhten Anteils der Pigmente Lutein und Zeaxanthin gelb erscheint und deshalb gelber Fleck (Macula lutea) genannt wird. Die Macula hat die höchste Konzentration an Sehnervenzellen, weshalb wir mit der Macula am besten und schärfsten sehen können. Alle Erkrankungen der Macula können deshalb zu einer Verminderung der Sehschärfe führen. Das Gesichtsfeld ist von Erkrankungen Macula nie eingeschränkt und auch fortgeschrittene Erkrankungen der Macula führen deshalb nie zu einer vollständigen Erblindung

Die Symptome einer AMD

Die Sehstörungen bei der altersbedingten Makuladegeneration äußern sich je nach Stadium ganz unterschiedlich:

  • Unscharfe Konturen sowie schwache Kontraste

  • Eine erhöhte Blendungsempfindlichkeit

  • Gerade Linien erscheinen wellig oder verzerrt (sog. „Metamorphopsien“)

  • Ein grauer, unscharfer Fleck, der im zentralen Sichtbereich beginnt und sich im weiteren Verlauf weiter ausbreitet (fortgeschrittenes Stadium)

Die fehlenden oder fehlerhaften Informationen des kranken Auges werden vom gesunden Auge lange Zeit ausgeglichen. Somit werden die Frühstadien einer AMD häufig erst spät erkannt.

Position der Makula auf der Netzhaut

Diagnostik & Therapie

Seit 2003 ist der EYEPARC auf die Abklärung und Behandlung der Makuladegeneration spezialisiert. Seit jeher bieten wir Ihnen die neuesten Verfahren für eine umfassenden Diagnostik und Verlaufskontrolle von Makulaerkrankungen an.

Die Fluoreszenzangiographie (FLA)

Die Fluoreszenzangiographie und die Indocyaninangiographie dienen dazu, bestimmte Veränderungen am Augenhintergrund nachzuweisen. Die Methode eignet sich vor allem dann, wenn Blutgefäße der Netzhaut von einer Erkrankung betroffen sind.

Bei diesen Untersuchungen wird ein Farbstoff (Fluorescein, Indocyaningrün)in die Venen gespritzt und die Durchblutung im Auge wird mit einer speziellen Kamera aufgenommen.

Die optische Kohärenztomographie (OCT)

Die optische Kohärenztomographie (OCT) ist ein bildgebendes Verfahren zur Diagnose von Augenerkrankungen und mit einer Ultraschallaufnahme vergleichbar. Die OCT ermöglicht eine für den Patienten absolut schmerzfreie grafische Darstellung der Netzhaut und liefert hochaufgelöste Schichtbilder in einem Querschnitt. Sie hilft Augenärzten, Veränderungen an der Netzhaut zu erkennen und zu kontrollieren.

Der EYEPARC war das erste Zentrum in Bern, welches die Patienten seit 2005 mit einem OCT untersucht hat und diese Untersuchung ist unterdessen am EYEPARC Routine mit mehreren Geräten der neuesten Generation.

Verschiedene Formen einer AMD

Bei einer AMD führen langfristige Defekte an der Schicht unter der Netzhaut (Pigmentepithel) zu einer langsamen Schädigung der Nehnervenzellen. Je nach Ausprägung unterscheidet man sogenannte «trockene» und «feuchte» Schäden und unterscheidet zwischen einen «trockenen AMD» und einer «feuchten AMD», wobei diese zwei Formen nicht exklusiv sind.

Am besten kann man sich diese Unterschiede am Beispiel seines eigenen Gartens vorstellen.

Bei einem über diese Lebensdauer angesammelten Nähstoff- und Wassermangel beginnen sich im Garten langsam braune Flecken zu bilden, wo das Pflanzenwacshtum verlangsamt oder gar verunmöglicht ist. Dies würde einer trockenen Maculadegeneration auf der Netzhaut entsprechen, welche sich nur langsam aber stetig verschlechtert.

Unterbestimmten Bedingungen kann es jedoch zusätzlich zu einer erhöhten Produktion von Wachstumsfaktoren kommen, welche dazu führen dass unter der Netzhaut neue Blutgefässe zu wuchern und zu bluten beginnen, vergleichbar mit Unkraut im Garten. Dies entspricht einer feuchten AMD. Ohne Unkrautvertilger breitet sich das Unkraut aus und verdrängt sehr schnell gesunde und erwünschte Pflanzen

Wiese mit trockenen Stellen zum Vergleich bei trockener AMD am Auge

trockene Flecken im Garten. Trockene AMD

Darstellung Netzhaut bei trockener AMD Makuladegeneration
Wiese mit Unkraut - Vergleich zur feuchten MaculaDegeneration

Zusätzliches Unkraut im Garten, feuchte MaculaDegeneration

Darstellung Netzhaut bei feuchter MaculaDegeneration

Therapie: Intravitreale Medikamenteneingabe

Seit einigen Jahren stehen sehr effektive und moderne Therapieverfahren zur Behandlung der feuchten AMD (die Form der AMD, die schnell zur Verschlechterung der Sehfähigkeit führt) zur Verfügung: sogenannte VEGF-Hemmer werden in regelmäßigen Abständen direkt in den Glaskörper minimalinvasiv eingebracht.

VEGF steht für Vascular Endothelial Growth Fakctor – ein Wachstumsfaktor der für die Erneuerung von Blutgefäßen verantwortlich ist. Dieser Faktor ist bei der AMD überaktiv und es wachsen neue, undichte Blutgefäße in die Netzhaut ein.

VEGF-Hemmer wie z.B. Lucentis®, Eylea® und Avastin® können diese Überproduktion aufhalten, sodass krankhafte Gefäßneubildungen verhindert werden und das bereits erkrankte Netzhautgewebe Erholung findet. Der Glaskörperraum des Auges wirkt dabei als Medikamentenreservoir und gibt über mehrere Wochen permanent Wirkstoff an die Netzhaut und die Aderhaut ab. Die Behandlung ist effektiv und dank betäubender Augentropfen nahezu schmerzfrei.

Die Behandlung muss allerdings in regelmäßigen Abständen wiederholt werden, regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind danach notwendig.

Durch die intravitreale Eingabe von VEG-Hemmern lässt sich das Fortschreiten der feuchten AMD in vielen Fällen aufhalten, manchmal bessert sich dadurch sogar die Sehleistung.

Ablauf

Schritt 1
Vor intravitrealen Medikamenteneingabe werden Auge und Haut gereinigt und desinfiziert

In das zu operierende Auge werden pupillenerweiternde Augentropfen gegeben. Sobald die Pupille ausreichend geweitet ist, wird das Auge und die Haut um das Auge gereinigt und desinfiziert.

Schritt 2
Intravitreale Medikamenteneingabe bei Makuladegeneration Lidsperre hält Auge offen

Für den Eingriff wird das Auge mit einem Lidsperrer offengehalten. Die Bindehaut des Auges wird erneut gereinigt und desinfiziert.

Schritt 3
Makuladegeneration - Intravitreale Medikamenteneingabe mit feiner Kanüle in den Glaskörper des Auges

Das Medikament wird durch eine feine Kanüle in den Glaskörper des Auges eingegeben. Diese Eingabe ist in der Regel schmerzfrei. Nach dem Eingriff wird das Auge mit einer befeuchtenden Salbe geschützt.

Nachsorge

In den meisten Fällen wird die Medikamenteneingabe gut vertragen. Durch die Desinfektion des Auges kann nach der Eingabe unter Umständen ein Fremdkörpergefühl auftreten. Wird das Auge mit befeuchtenden Augentropfen gepflegt, verschwinden die Beschwerden meist rasch wieder. Um die Einstichstelle kann eine kleine Bindehautblutung entstehen, die sich innerhalb von wenigen Tagen zurückbildet. Gelegentlich gelangen mit dem Medikament kleine Luftbläschen in den Glaskörperraum, die als winzige schwarze Kugeln wahrgenommen werden. Diese Luftbläschen sind harmlos und lösen sich innerhalb weniger Tage selbständig wieder auf.

Die größte Gefahr bei einer intravitrealen Injektion ist eine Entzündung im Augeninneren (Endophthalmitis). Hierbei handelt es sich um eine ernste Komplikation, die umgehend behandelt werden muss. Sollten Sie in den Tagen nach dem Eingriff eine Verschlechterung des Sehvermögens feststellen, Schmerzen haben oder bemerken, dass das Auge stark gerötet und lichtempfindlich ist, sollten Sie sich umgehend augenärztlich untersuchen lassen.

Eine solche Entzündung kommt nur sehr selten vor. Generell sollte zum Schutz vor Infektionen einige Tage nach der Medikamenteneingabe kein Schmutz ins Auge gelangen.

Augenzentrum Eyeparc